Bastian Krohn *23.08.1982 - †27.12.2004

Seit -4922- Tagen ist Bastian nicht mehr bei uns

 

 

 

 


Seine Kindheit

Bastian wurde nach einer schwierig verlaufenen Schwangerschaft am 23.08.1982 geboren. Er war unser zweites Kind und sein älterer Bruder war überglücklich, jetzt endlich einen Spielkameraden zu haben. Schnell konnten wir feststellen, dass Bastian ganz anders war als sein älterer Bruder. Ein Draufgänger, alles ausprobieren, nicht zögerlich sein - das war Bastian.

Bastian war sehr auf seine Mutter fixiert und es war jedes mal sehr schwierig, einen Einkauf ohne ihn zu tätigen. Sein Lieblingsplatz war auf der Hüfte der Mutter. Wie eine Einheit.
Bastian war nur wenige Monate alt, als er sich den Keuchhusten einhandelte - überhaupt war er gesundheitlich sehr anfällig und nahm an Krankheiten all das mit, was er bekommen konnte. Er hatte sich immer gemeldet, wenn es darum ging Krankheiten zu bekommen. Während seiner ersten Lebensjahre waren wir Stammgäste bei den Ärzten. Keuchhusten, Neurodermitis (die wir allerdings nach einiger Zeit gut im Griff hatten), Masern usw. usw. - Bastian hatte wirklich das Pech, sich mit fast jeder Krankheit anzufreunden.

Als Bastian knapp 2 Jahre alt war, zogen wir in unser Haus. Als Bastian während der Bauphase einmal bei seiner Oma bleiben sollte, gab die nach ca. 1 Stunde total entnervt auf. Er hatte sie mürbe geweint und geschrien, weil die Mutter nicht da war! Einige Zeit nachdem wir unser Haus bezogen hatten kam Sohn Nr. 3 zur Welt. Jetzt also waren wir kinderreich und asozial - zumindest in den Augen einiger Zeitgenossen.

Natürlich war in dieser Zeit noch sehr viel am Haus und um das Haus herum zu tun . Gibt es einen schöneren Abenteuerspielplatz? Vermutlich nicht, denn Bastian fühlte sich sauwohl und schnell schloss er Freundschaften mit den Kindern aus der Nachbarschaft. Klar, es gab auch oft Zankereien und mehr als einmal ist er mit einer blutigen Nase schreiend zu uns herein gestürmt. Ist doch prima, wenn man sich mit seinen Freunden so gut versteht!
Da wurden dann auch schon mal Glasflaschen geworfen . . . ein Splitter zerschnitt Bastian's Schienbein auf einer Länge von ca. 5 cm.. Es blutete stark und das Geschrei was dann folgte war wirklich nicht ohne. Ein Nachbar brachte Bastian auf seinen Armen liegend dann zu uns nach Hause und nachdem dann ein Pflaster (eigentlich hätte es wohl genäht werden müssen) drüber war, war aller Schmerz vergessen und es ging zum Toben wieder nach draußen. Als wäre gar nichts passiert . . .

In einem neuen Haus ist immer viel zu tun und als Bastian dann einmal im Wohnzimmer eine Schraube fand, gab es für ihn nichts selbstverständlicheres als einmal auszuprobieren was passieren würde, wenn diese Schraube in ein Loch der Steckdose gesteckt wird. Wir saßen mit ein paar Freunden in der Küche, als wir aus dem Wohnzimmer plötzlich einen Schrei hörten. Wir stürmten herein und sahen Bastian mitten im Wohnzimmer auf dem Boden sitzen. Auf die Frage was denn passiert sei entgegnete er, dass er die Schraube in ein Loch der Steckdose gesteckt hätte ... "und dann hab ich auf einmal ganz viele Sterne gesehen . . . " - zum Glück ist ihm nicht mehr passiert.



Ein Besuch, den wir mit dem "Miniclub" für Kinder im Vorkindergartenalter im Dortmunder Tierpark machten, endete ebenfalls in einem kleinen Fiasko. Um den Kindern etwas besonders zu bieten sind wir mit der Eisenbahn dorthin gefahren und hatten keine eigenen Fahrzeuge dabei. Ein großer Fehler, wie sich später herausstellte. Die ersten 45 Minuten im Tierpark verliefen blendend, als wir uns dann allerdings zu einer kleinen Imbisspause begaben, nahm das Schicksal seinen Lauf. Auf dem Spielplatz steht (oder stand) eine alte Dampflok. Auf ihr kletterte Bastian herum und fiel dann nach einem kleinen Schubser (oder hat er das Gleichgewicht verloren) herunter, brach sich den Arm und kugelte sein Ellenbogengelenk aus. Die Erstversorgung wurde dann von Tierärzten übernommen bevor er dann in die Uniklink transportiert wurde. Eine Operation folgte und wir konnten Bastian am nächsten Tag mit eingegipstem Arm abholen. Die Krankenschwestern waren schon sehr besorgt. Bastian hatte sich geweigert auf die Toilette zu gehen. Erst als wir da waren ließ er die Fluten laufen - er muss kurz vorm Platzen gestanden haben.
Als ich einige Tage später von der Arbeit nach Hause kam, saß unser Bastian hoch oben im Baum - mit Gipsarm natürlich.



Einige Zeit später fand ein alter Schuppen in der Nachbarschaft die ungeteilte Aufmerksamkeit von Bastian und einem seiner engsten Freunde. Es war brütend heiß, die Wiesen waren vertrocknet und ausgedörrt. In diesem leer stehenden Schuppen befanden sich an der Rückseite Unterstellplätze für Pkw's. Hier war das Objekt der Begierde untergebracht. Ein alter Wagen stand hier rum, Türen nicht verschlossen und die Fenster geöffnet. Unternehmungslustige Burschen wie Bastian und sein Freund durchsuchten natürlich das Fahrzeug und: wurden fündig!

Ein Feuerzeug! Natürlich musste das in der vertrockneten Wiese sofort ausprobiert werden. Es dauerte nicht lange und ein um Hilfe schreiender Bastian stand vor der Haustür. Mit Hilfe einiger beherzter Nachbarn, einem Feuerlöscher und einer "Wassereimerkette" konnte der mittlerweile entstandene Flächenbrand dann unter Kontrolle gebracht werden.

Kinder und Fernsehen, speziell Cartoons sind manchmal eine gefährliche Mischung.
Bastian hatte in einem Zeichentrickcartoon tatsächlich gesehen, wie eine Zeichentrickfigur einen Ast mit einer Säge absägte. Der Baum stürzte um und die Zeichentrickfigur blieb mit dem Ast unversehrt. Das musste man natürlich dann auch ausprobieren. Gesagt, getan! Eine Säge mit grobem Sägeblatt geschnappt und das ganze dann an einem Baum in der Nachbarschaft ausprobieren. Resultat ist natürlich bekannt. Bastian fiel herunter, hielt aber pflichtbewusst die Säge am Sägeblatt in der Hand. Es gab eine hässliche Wunde, die lange Zeit nicht richtig verheilen wollte.

Bastians Zeit im Kindergarten war eine Zeit, in der er auf  die Härten des Lebens - in diesem Fall seine Schulzeit - vorbereitet wurde. Es war eine eher unauffällige Epoche - bis auf eine Ausnahme.
In der Osterzeit sollten die Kinder unter anderem den am Kreuz hängenden Jesus malen. Sehen Sie selbst, was Bastian und sein guter Kumpel Daniel daraus gemacht haben. Die Originale befinden sich weiterhin im Archiv des Kindergartens, aber die nachgebildete Illustration zeigt das gezeichnete ziemlich treffend.



Es folgte die Schulzeit, die etwas ruhiger verlief - etwas!

Text am 20 Sep 2010 gepostet

Content Management Powered by CuteNews

© Uwe Krohn - 2005