Bastian Krohn *23.08.1982 - †27.12.2004

Seit -3497- Tagen ist Bastian nicht mehr bei uns

 

 

 

 


Aktuelles

Acht Jahre...

Wenn uns jemand vor acht Jahren gesagt hätte, dass wir das, was wir erleben mussten, überleben werden, dann hätte ich darauf keine Wette abgeschlossen.
Wir sind durch dunkle Täler gegangen, ohne den Gedanken daran zu haben, irgendwann einmal wieder die Sonne, die Natur, oder Farben sehen zu können. Acht Jahre - eine schon ziemlich lange Zeit. Trotzdem fragen wir uns, wo die Zeit geblieben ist. Irgendwann konnten wir auch unsere Umwelt und auch uns wieder wahrnehmen. Es kamen wieder Farben ins Spiel. Was sich nicht verändert hat, ist Deine Abwesenheit. Es sind Menschen in unser Leben getreten und aus unterschiedlichsten Gründen sind auch wieder Menschen aus unserem Leben verschwunden. Andere Menschen sind ein Teil unseres Lebens geworden. Menschen, bei denen wir Aufrichtigkeit und Authentizität erleben.
Das, was bleibt - immer bestehen bleiben wird -  und für uns Bestand hat, sind die Erinnerungen an Dich, einen für uns sehr wichtigen Menschen.
Viele Gedankenspiele haben wir durchgespielt...
Wie Du jetzt aussehen würdest, ob Du vielleicht eine eigene Familie hättest und noch so viele Gedanken mehr. Sie helfen uns aber nicht. Es sind viele Fragen, die uns beschäftigen. "Was wäre, wenn...", "Vielleicht hättest Du..." sind nur einige davon.
Diese Gedanken müssen zwangsläufig in die Leere und Sinnlosigkeit führen. Gleichzeitig tun sie weh - wir werden keine Antwort erhalten. Nicht jetzt! Eines Tages vielleicht...
Das Kopfkino mit Wiederholungsprogramm setzte sehr pünktlich ein und lässt uns Deine letzten Stunden bei uns noch einmal sehr intensiv erleben. Ich denke, dass das auch so bleiben wird - kein Entrinnen, kein Ausweichen möglich.
Eines aber ist gewiss: Die Erinnerungen an Dich und die Liebe zu Dir bleiben bestehen.
Das einzige, was bleibt.

Dein Pa

Text am 27 Dec 2012 gepostet

Du bist bei uns

                       Weißt Du, dass Du mir ein unsichtbarer Begleiter geworden bist?

Ich trage Dich in mir, Du hast Wurzeln geschlagen, in meinem Herzen.
Du hast mir geholfen, den Schmerz zu ertragen,
hast mich nicht allein gelassen in dieser Zeit.
Ich ahne, wir sind nicht getrennt.
Ist meine Sehnsucht nach Dir groß, so bitte ich Dich,
dass Du mich besuchst, in meinen Träumen.

Weißt Du, dass Du mir ein unsichtbarer Lehrer geworden bist?
Mein Herz hat sich geweitet,
durch Dich,
die Welt der Seele ist mir nicht mehr fremd,
durch Dich.
Es ist wieder Frieden möglich, in mir,
es darf wieder geschehen, das Leben.

Weißt Du, was jedoch nie vergehen wird?
Dass mit Dir ein Geheimnis verschwunden ist, von dieser Welt,
das es niemals mehr so geben wird,
das ich so gerne hätte ergründen wollen.

Verfasser unbekannt


Deine Mama



Text am 20 Sep 2012 gepostet

Für immer...

Heute hast Du Deinen 30ten Geburtstag - normalerweise.
Was aber ist bei uns schon normal, seit dem 27.12.2004.

Ich sehe Dein Lachen vor mir, höre den Klang Deiner Stimme - alles das bleibt für immer. Ich hatte mal große Angst, dass das irgendwann nicht mehr so sein würde.
Diese Befürchtung kann ich jetzt getrost beiseite legen. Diese Erinnerungen bleiben für immer in meinem Herzen. Viel lieber wäre mir allerdings, dass ich nicht diese Erinnerungen haben müsste, sondern Dich leibhaftig vor mir sehen könnte.

Das Leben hat es anders mit uns gemeint und uns vor eine der schwersten Aufgaben gestellt, die man sich als Mutter oder Vater, oder Geschwister, oder Großeltern, oder Freunde vorstellen kann.

30 Jahre - was für eine Zahl! Ein Alter, dass Du nicht erreichen durftest. Du bist nur 22 Jahre alt geworden - und das bleibt auch für immer. Das verändert sich nicht, obwohl sich alles verändert.

Ich denke jeden Tag an Dich. Mal mehr, mal weniger - aber jeden Tag bist Du bei mir, begleitest mich in meinen Gedanken und hin und wieder gelingt es mir sogar eine Art Zwiesprache mit Dir zu führen.
Jeder Tag, den ich hier ohne Dich erlebe, bringt mich gleichzeitig ein Stück näher zu Dir.
Du bist immer gegenwärtig - und das ist gut so. Wenn ich Deine körperliche Anwesenheit ganz schrecklich vermisse, so können mir die Erinnerungen an Dich nicht genommen werden.
Du bleibst so für immer.

Dein Pa

Text am 23 Aug 2012 gepostet

Für dich

Ich werde euch für eine kleine Weile
eines meiner Kinder leihen, sagte Gott.
Ihr sollt es lieben während es lebt
und beklagen wenn es tot ist.

Es könnte für sechs oder sieben Jahre
oder für 21 oder 23 Jahre sein;
Aber wollt ihr, bis ich es zurückrufe
für mich auf das Kind aufpassen?
Es wird mit seinem Wesen euch erfreuen;
und sollte sein Bleiben auch kurz sein,
so werdet ihr das Andenken an dieses
Kind als Trost für euer Leid haben.

Ich kann nicht versprechen, dass es
Bleiben wird bis alle von der Erde zurückkommen;
Aber dort unten werden Dinge gelehrt
Von denen ich möchte, dass dieses Kind sie lehrt.
Ich habe überall auf der Erde nach richtigen Lehrern
gesucht und von der Menge Menschen,
die die Strassen des Lebens bevölkern,
habe ich euch ausgesucht.

Wollt ihr jetzt alle eure Liebe geben,
die Arbeit nicht vergeblich halten,
mich nicht hassen,
wenn ich komm und das Kind zurückrufe?

Ich stellte mir vor, dass ich euch sagen hörte:
„Lieber Gott, es möge geschehen“.
Für all die Freude die das Kind
Bringen wird, werden wir das Risiko des Leides eingehen.

Wir werden es zärtlich beschützen.
Wir werden das Kind lieben so lange
wir es haben dürfen;
und für die Freude,
die wir genießen durften, werden
wir für immer dankbar sein.
Aber sollten es die Engel früher holen
als wir dachten –
werden wir das bittere Leid,
das kommen wird meistern
und versuchen, es zu verstehen.

Text am 18 Jul 2012 gepostet

Sieben Jahre

Sieben Jahre ein Leben ohne Dich...

Niemals habe ich mir vorstellen können, dass das jemals möglich sein könnte. Wenn ich mich an die ersten Wochen und Monate nach deinem Unfall erinnere, dann hätte ich keinerlei Wetten darauf abgeschlossen, nicht ganz schnell einfach nur hinterher gehen zu wollen. Die Verzweiflung war so groß und übermächtig. Da war kaum noch Platz für etwas anderes.
Und jetzt?
Du fehlst immer noch und eigentlich bist du jetzt lange genug weg gewesen und könntest doch eigentlich wieder kommen - so mal ein Gedanke deiner Mutter. Es ist schwer... Der Verstand sagt: Es geht ja nicht, aber das Herz, das Gefühl, die Sehnsucht sagt: Ja, es wäre an der Zeit...
Zerbrechen werden wir nicht mehr an dem was dir und somit auch uns passiert ist. Irgendwie ist das - unvollständig zwar - gekittet und wieder lebbar geworden.
Trotzdem gibt es immer wieder die Momente, in denen es so unsagbar heftig sein kann, das alles aushalten zu müssen. Immer wieder werden wir sehr traurig, weil du dein ganzes Leben noch vor dir hattest und nur ein winzig kleiner Moment zwischen Leben und Tod entscheidend war.
Es gibt aber auch die ganz anderen Momente. Nämlich die, in denen wir uns gerne an das erinnern, was wir mit dir erleben durften, wie wir mit dir gelacht haben, wie wir einfach lebten, ohne den Gedanken jemals daran zu verschwenden, dass das alles anders sein könnte.



Heute ist dein siebter Todestag und wie alle Eltern hätten wir zu gerne darauf verzichtet, so etwas erleben zu müssen und ab sofort zu verwaisten Eltern gehören zu müssen.
Was ich aber spüre ist, dass wir für immer verbunden sind. Es gibt kaum einen Tag, an dem nicht an dich gedacht wird. Mit Sehnsucht, Mit Tränen, mit Lachen... - allem, was Leben ausmachen kann!

Trotzdem: Es wäre schön, dich einfach in den Arm nehmen zu können und nie wieder weggehen lassen zu müssen. Ein Traum, nur ein Traum - aber ein schöner.

Dein Pa

Text am 27 Dec 2011 gepostet

Deine letzte Geburtstagsfeier war vor 7 Jahren

Heute ist Dein Geburtstag, wäre Dein Geburtstag...
Du wirst zwar immer nur 22 Jahre alt sein, aber heute hättest Du mittlerweile Deinen 29ten Geburtstag.
Irgendwie ist das alles so irreal und gleichzeitig doch so real.
Ich werde diese Bilder Deines letzten Geburtstages nicht vergessen. Sie werden mich begleiten - immer! Ich hatte zwischendurch mal Angst, dass diese vielen kleinen Ereignisse verblassen. Zum Glück passiert das nicht und in der Erinnerung wird alles wieder so lebendig.
Ist das nicht grotesk?
In der Realität des Todes wird etwas lebendig - ist schon total abgedreht.
Ich hoffe, nein - Ich weiß, dass es Dir gut geht. Dort wo Du jetzt bist. Du wartest am Ende des Regenbogens. Für Dich gibt es kein Gestern und kein Morgen. Für Dich gibt es nur das Jetzt!



Ich / Wir vermissen Dich unendlich und manchmal dürfen auch schwere Gedanken sein, obwohl wir uns gleichzeitig für diesen Tag bedanken können, an dem Du uns für etwas mehr als 22 Jahre geschenkt wurdest. Trotzdem - viel zu wenig und es ist für jeden Vater und für jede Mutter einfach nur grauenhaft, den Tod eines Kindes erleben zu müssen. Das Leben hat uns ganz schön schwere Brocken in den Weg geworfen und wir beherrschen nichts, aber auch gar nichts, um so etwas zu verhindern.

Ich bin froh, dass wir Dich bei uns haben durften und bin traurig, dass wir Dich nicht mehr bei uns haben können!

Dein PA

Text am 23 Aug 2011 gepostet

I had a dream

Ich hatte vor einiger Zeit einen Traum.

Ich sah Dich mit jemand anderem draußen vor einem Zaun auf dem Boden hocken. Ihr hattet eine angeregte Unterhaltung. Wie ein Betrachter von außen kam ich mir vor. Dann hast Du mich erblickt und bist zu mir gelaufen.
"Da bist Du ja endlich..." hatte ich gesagt. Du hast darauf nur entgegnet, dass Du doch nur bei Deinem Kumpel wärest, du nicht viel Zeit hättest und da auch wieder hin müsstest.
Wie Eltern nun mal so sind, hatte ich Dir mehr oder weniger vorgeworfen, dass Du dann ja wenigstens ausreichend Wäsche hättest mitnehmen können!
Deine Antwort war, dass Du da, wo Du jetzt bist, so etwas gar nicht brauchst und dann warst Du wieder weg. Ich konnte Dich nicht mehr sehen.
Wolltest Du Dich von mir verabschieden? Manchmal habe ich das Gefühl, dass es so ist und dass Du weiter auf Deine Reise gehst - oder gehen musst.

Vielleicht wirst Du mir in meinen Träumen nicht mehr so oft begegnen. Wolltest Du mir das mitteilen? Meine Erinnerungen an Dich werden bleiben und irgendwann bist Du wieder da und ich freue mich auf unsere nächste Begegnung.

Dein Pa

Text am 25 May 2011 gepostet

Schon 6 Jahre

Heute sind es bereits 6 Jahre, als Du den Unfall hattest.
Soll ich sagen: "Schon sechs Jahre, oder erst sechs Jahre?"

Es sind sechs Jahre, in denen Du uns fehlst - und Du wirst auch in Zukunft immer fehlen. Der Schmerz ist nicht mehr so bohrend oder so hämmernd, wie es in den ersten Jahren war. Aber zu sagen, dieser Schmerz existiert nicht mehr, wäre absolut falsch.
Heute fahren wir nach Holland und nehmen Dich in unseren Herzen ganz einfach mit. Dahin, wo Du am liebsten warst - ans Meer, an den Strand, wo der Horizont Weite und Unendlichkeit erahnen lässt.
Ich weiß, dass heute sehr viele Menschen an Dich denken werden und es ist tröstlich zu wissen, dass Du nicht nur von uns vermisst wird.

So viele Dinge sind zwischenzeitlich passiert.
Wir haben gelernt, auch die schönen Dinge wieder zu sehen und das Leben in allen seinen Fassetten  zuzulassen. Wir haben aber auch gelernt uns von Dingen oder Menschen zu lösen, die uns nicht gut tun. Anders, intensiver leben und erkennen, wie wertvoll Leben sein kann - auch das haben wir gelernt und vielleicht hast Du uns sogar die Augen dafür geöffnet. Wir wollen nicht verbittert sein und den Blick nach vorne richten, ohne das Vergangene jemals zu vergessen. Wir möchten auch denen verzeihen können, die Deinen Namen nicht aussprechen können, weil sie Angst haben, uns damit weh zu tun oder selbst voller Schmerz um einen Verlust sind.
Du würdest nicht wollen, dass wir uns in diesem Schmerz vergraben und später keinen Ausweg mehr finden. Du würdest es nicht wollen, weil es wie ein Sumpf sein könnte, der uns immer weiter in die Tiefe ziehen würde.

Sechs Jahre ein Leben ohne Dich - wo sind diese Jahre geblieben?
Die Frage nach der Zeit erscheint sinnlos und am Anfang wussten wir nicht, wie wir das jemals wieder schaffen können, ein lebbares Leben zu führen. Das Leben hat sich verändert, es ist anders geworden,  aber trotzdem mit Dir.
Das Gute ist, dass uns das keiner mehr nehmen kann und somit ist dieser Verlust auch gleichzeitig ein Gewinn. Aber das können wir erst jetzt sagen, nachdem wir durch das tiefe Tal der Tränen gegangen sind und Erfahrungen machen mussten, auf die wir zu gerne verzichtet hätten.

Egal wo Du jetzt bist..., wir wünschen Dir alles Gute dort an dem geheimen Ort, den wir nicht erblicken - aber zumindest erahnen - können.

Dein alter Herr


Text am 27 Dec 2010 gepostet

Eine Flasche Sekt

Eine Flasche Sekt hattest Du im Sommer 2004 Linda geschenkt.
Ich sehe euch beide, wie ihr einen unheimlich lustigen Abend auf der Gartenparty hattet.

Linda hat am 10.09.2010 geheiratet.
Wir wurden mit Nicole, Michael, Helga und Klaus am Abend auf ihrer Hochzeitsfeier gebeten, zu einem etwas abseits stehenden Tisch zu kommen. Dort standen Sektgläser bereit.
Mit Tränen in ihren Augen sagte Linda dann zu uns, dass in den Gläsern der Sekt sei, den Du ihr im Sommer 2004 geschenkt hattest. Nach Deinem Unfall hatte sie versprochen, ihn für einen besonderen Anlass aufzuheben. Dieser Anlass war jetzt ihre Hochzeit.
Uns schossen natürlich sofort die Tränen in die Augen!
Du hast Deinen Platz in den Herzen so vieler Menschen. Du wirst dort immer sein und wir sind dankbar, dass wir das erleben dürfen. Du bist nicht vergessen!

Text am 03 Oct 2010 gepostet

schon der 6.Geburtstag

Heute vor 6 Jahren, auch an einem Sonntag,  haben wir zusammen den Geburtstag von deinem Opa gefeiert. Anschließend haben wir in deinen 22. Geburtstag reingefeiert.
Heute erleben wir den 80.Geburtstag von deinem Opa und das ohne Dich, aber wir schaffen es und das ist gut.
Es verfolgen mich schon den ganzen Tag die Erinnerungen an den Tag vor 6 Jahren. Die Wasserbombenschlacht am Mittag, dein lachendes Gesicht, ja, auch deine Sprüche fallen mir ein (manchmal schon ein bißchen derbe). Um 24.00 Uhr hast du deine Geschenke ausgepackt und wir haben weiter gefeiert. Irgendwie war alles so intensiv - wie das ganze Jahr 2004 - ahnten wir etwas?
Gestern waren Layne und ich auf dem Friedhof und haben dein Grab ein bißchen neu bepflanzt. Layne hat deinen Stein geputzt und gesagt: Ich denke, Bastian freut sich darüber, daß wir es so schön machen für seinen Geburtstag.
Deine Buttercremetorte steht fertig im Kühlschrank und wir werden morgen davon essen und an dich denken und dich hoffentlich ein bißchen spüren.
Es ist verrückt, diese Geburtstage ohne das Geburtstagskind, aber auch für mich so wichtig diesen Tag für dich zu leben.

HDGDL auf ewig
Mama



Text am 22 Aug 2010 gepostet

5 Jahre - und immer bei uns

Ich sehe dich in jeder Wolke,
ich höre dich in jedem Rauschen des Baches.
Ich spüre dich in jedem sanftem Wind,
ich rieche dich in jeder Blume.

Ich finde dich auf Wiesen und in Wäldern,
ich finde dich in der Sonne und im Regen.
Jeder Tropfen auf meiner Haut
ein Gruß von dir.

Du bist die sanfte Luft, die alles umgibt
in einer sternenklaren Nacht.
Du bist der sanfte Wind, der sachte
Wellen schlägt in klarem Wasser
und das Korn in den Feldern lieblich neigt.

Du bist fort, doch
für mich bist du nie gegangen.
Für mich bist du in allem.
Für mich bist du alles.

(Verf. unbekannt)


Du bist bei uns - genauso wie diese Verse es aussagen - in all unseren Gedanken, in unserem Fühlen, in unseren Herzen - ja, du bist in unserem Leben.


Ich habe dich lieb

Mama


Text am 27 Dec 2009 gepostet

Absturz

Heiligabend - Gottesdienst

Dieses Mal habe ich während des Gottesdienstes einen ganz sauberen Absturz hingelegt. Irgendwie hatte sich das aber bereits angekündigt, weil ich ganz schwermütige Gedanken den ganzen Tag über hatte.
5 Jahre!!!!!
Vor 5 Jahren saßen wir alle zusammen im Gottesdienst und es war das letzte Mal, dass wir dort in der Kirche gesessen haben und diese Bilder kamen immer wieder und ich hatte mehr als einmal Tränen in den Augen,  wäre am liebsten aufgestanden und aus dem Gottesdienst gegangen.
Fliehen? - Nein, fliehen geht nicht. Ich muss mich diesen Gefühlen, meiner Trauer und meinen Tränen stellen. Ich kann nicht davor fliehen. Überall würde es mich einholen.
Das wilde Tier Trauer hat mich erwischt - etwas überraschend, ohne eine Chance zur Gegenwehr.
Ich habe es geschehen lassen, auch wenn dadurch Heiligabend ein sehr taruriger Heiligabend war und kaum Platz für andere Gefühle vorhanden waren.
Es tut weh, dich nicht mehr bei uns haben zu dürfen.

Text am 26 Dec 2009 gepostet

Dein 27.Geburtstag


"Indem mir die Liebe begegnet ist,
kann ich nicht wirklich verlieren,
auch wenn ich mich von ihm trennen mußte.
Denn er ist nicht gegangen,
ohne etwas von mir mitzunehmen
und etwas unsagbar Schönes in mir
zurück gelassen zu haben:
Das stille unerschütterliche Wissen,
dass unsere Seelen sich nun so nahe sind,
wie nie zuvor und für immer verbunden sein werden.
(unbekannt)

Lieber Bastian,

das schickte uns eine ganz besonders liebe Mutti zu deinem 27. Geburtstag. Und es ist so wahr. Heute an deinem Geburtstag sind es 1700 Tage ohne dich aber jeder Tag, jede Stunde ist mit dir. Du bist bei uns und wir spüren dich - dafür bin ich dankbar.
Dankbar, dass du mein Sohn bist, dass ich dich 22 Jahre bei mir haben durfte und du in mir eine Liebe zurückgelassen hast, die mich erfüllt - du weißt schon meine "selige" Liebe.

Ich habe dich lieb bis zum Himmel und zurück
Mama

Text am 23 Aug 2009 gepostet

Eine Kerze brennt in Notre Dame in Paris

Lieber Bastian

Heute erhielt ich einen Anruf aus Paris.

Unser Freund Michael hat eine Kerze für dich in Notre Dame angezündet. Es tut so gut zu hören, dass immer wieder - zu allen möglichen Begebenheiten - an dich gedacht wird.
Du hast in uns allen Spuren hinterlassen und du bist nicht vergessen - wirst niemals vergessen.



Text am 21 Jun 2009 gepostet

4 Jahre ohne Dich

Die leztzen Tage... - wie in einem Fim, mit einem Countdown. Noch vier, drei, zwei Tage...
Heute vor 4 Jahren ist das Schrecklichste passiert, was dir und deiner Familie passieren konnte.
4 Jahre ist es jetzt bereits her - 19:40 Uhr, auf dem Weg zu deiner Freundin - und wir schleppen uns so durch die Zeit auf einem langen steinigen Weg.
Es tut immer wieder weh, es tut immer noch weh und das geht nicht weg. Dieser Tag schmerzt und wir fühlen uns oft so müde und manchmal frage ich mich, wie man das eigentlich aushalten und überleben kann.
Die Sehnsucht wird nicht geringer, sondern größer. Der Schmerz wird nicht geringer, er hat sich in etwas lebbares verändert. Das Vermissen bleibt, ebenso die Erinnerung an einen wunderbaren Menschen, der uns viel zu früh verlassen musste.

In Liebe dein Pa


Text am 27 Dec 2008 gepostet

Vergangenheit

Vergangenheit - keine Zukunft!
Wir haben nur noch das "Gestern", was wir in unserer Erinnerung an dich in unseren Herzen tragen. Da gibt es keine gemeinsame Zukunft mehr. Bilder aus vergangenen Tagen, Monaten und Jahren sind uns geblieben. Aktuelle Bilder und Momente mit dir gibt es nicht.
Das zerreisst mich innerlich.
Es gibt nur noch das Gestern. Es gibt nicht mehr das Heute und das Morgen wird es ebenfalls nicht geben. Ich bin sicher, das sich eines Tages dieses Gestern in die zeitlose Ewigkeit verändert. Das wiederum ist dann meine / unsere Zukunft.
Ich vermisse dich.


Text am 26 Sep 2008 gepostet

Im August 2004 war noch alles in Ordnung

Ich erinnere mich noch sehr genau an die Albernheiten, die du zu deinem Geburtstag gemacht hast.
Am 22.08. hat dein Opa Geburtstag und einen Tag später du. Wir haben bei deinem Opa gesessen, seinen Geburtstag gefeiert und in einem nahtlosen Übergang in deinen Geburtstag hinein gefeiert.
Wie gerne würden wir mit dir an unserer Seite deinen Geburtstag feiern!
Es tut uns einfach nur weh, das nicht mehr machen zu können.
Es tut uns einfach nur weh - wird immer weh tun - nicht mehr miterleben zu dürfen, wie du älter wirst.
Es tut uns einfach weh akzeptieren zu müssen, dass es für dich keine irdische Zukunft mehr gibt, sondern für uns in unserer Gemeinsamkeit nur noch ein "Gestern".
Wie oft haben wir uns gefragt, was du jetzt wohl machen würdest.
Eine Frage, die zwangsläufig in die Leere führt, führen muss.

Happy Birthday to you Bastian.

Text am 23 Aug 2008 gepostet

Zeichen!!!???

Jetzt waren wir wieder in Holland - deinem Lieblings Reiseland.
Eine schöne Wohnung mit Blick auf den Strand und mit Blick auf die Wasserstraße Richtung Antwerpen hatten wir dort in Cadzand-Bad. Wie oft hast du am Strand gesessen und diesen riesigen Schiffen hinterher geschaut? Wie oft hast du mit deinen Brüdern vor so vielen Jahren fossile Haifischzähne an diesem Strand gesucht? Immer wieder kamst du ganz stolz zu uns angerannt, wenn du mal wieder einen entdeckt hattest.

Ist schon komsich, dass deine Mutter in den über 20 Jahren dort nicht einen einzigen Zahn gefunden hat, die im Regelfall ja auch nicht so besonders groß sind - so um die 1,5 cm - 2 cm. Ganz besonders große Exemplare von gut erhaltenen fossilen Haifischzähnen kann man in Cadzand-Bad in einem Geschäft kaufen.
Wir hatten uns ganz bewusst nicht sehr viel vorgenommen in diesem Urlaub. Viel spazieren gehen, die Seele baumeln lassen und das Auto nur ganz wenig benutzen. Bei einem der Spaziergänge über den weiten Strand ist deine Mutter über etwas "gestolpert". Sie grub es dann aus dem Sand und zum Vorschein kam ein ganz gewaltigter fosiller - schon etliche Millionen Jahre alter - Haifischzahn, den ich in solch einer Größe bisher nicht zu Gesicht bekommen habe. Leider fehlt ein Stück und es ist nur die Hälfte des Zahnes vorhanden. So wie dieser fossile Zahn unvollständig ist, so ist jetzt auch unsere Familie unvollständig. Es fehlt jemand, der im Normalfall sein Leben und seine Zukunft noch vor sich hatte.



Ich denke schon, dass du da deine Hände mit im Spiel hattest, oder?




Text am 14 Apr 2008 gepostet

3 endlose Jahre?

Heute vor drei Jahren hast du uns verlassen. Am frühen Abend hattest du auf dem Weg zu deiner Freundin den Unfall.
Drei lange Jahre ist es schon her. Wo ist die Zeit geblieben?
Vieles hat sich seidem verändert.
Du fehlst uns! Deine Scherze, deine Albernheiten...
Es ist so ruhig geworden. Wir alle - deine Brüder und auch wir - haben anscheinend einen Weg gefunden, mit dem was dir und uns passiert ist zurecht zu kommen - irgendwie.
Der Tonfall deiner Stimme wenn du mich angerufen hast, ist immer noch da. Zum Glück! Ich hatte Angst, das es verblassen würde.
So viele Dinge sind ganz tief im Gedächtnis verankert. Dafür bin ich dankbar.



Drei Jahre ohne Dich. Drei Jahre ein "Leben ohne Dich".
Viele Eltern haben wir kennen gelernt, denen es so ergangen ist wie uns. Ein Kind ist gestorben. Neue Menschen sind in unser Leben getreten. Andere Menschen spielen in unserem jetzigen Leben keine große Rolle mehr.
Dein kleines Taschenbuch "Worte der Liebe" ist in deinem Zimmer. Immer noch ist eine bestimmte Seite aufgeschlagen, so wie wir es vorgefunden haben, nachdem du den Unfall hattest.

Dort steht ein Text von Thorton Wilder:

Es gibt ein Land der Lebenden und ein Land der Toten, und die Brücke zwischen ihnen ist Liebe, das einzige was bleibt, das einzige, was von Bedeutung ist.

Bastian, wir alle lieben Dich und vermissen dich.


Text am 27 Dec 2007 gepostet

Heiligabend - Weihnachten

Heute, vor drei Jahren, hast du mit den anderen scherzend in der Kirche gesessen und hast an der Christmesse teilgenommen.
Es gab Dinge, die waren dir sehr wichtig - so der Besuch des Gottesdienstes am Heiligen Abend. Es sollte das letzte Mal sein!
Leben pur war in dir zu spüren. Nichts hast du so ernst genommen, als dass du nicht noch irgendeinen Scherz auf den Lippen hattest.
Das Weihnachtsfest war so anders als die vorhergehenden Weihnachtsfeste. Du hattest dir nichts vorgenommen und wolltest "einen in Familie" machen.
SingStar competition im Kreise der Familie war angesagt. Haushoher Favorit bei vielen Liedern warst Du.
Gerade war ich beim Schmücken des Weihnachtesbaumes. So viele Dinge sind mir wieder durch den Kopf gegangen. An viele Augenblicke vor 3 Jahren habe ich mich erinnern können.
Sie machen traurig und gleichzeitig erinnere ich mich gerne an diese Momente.
"If I can turn back time..." eine Textpassage aus einem Lied von R.Kelly, deinem Lieblingssänger, kommen mir in den Sinn.
Leider geht das nicht - Ich wünschte mir es ginge...

Mach's gut Langer - da wo du jetzt bist.

Text am 24 Dec 2007 gepostet

Eine Rose für Dich

Der 10.11.2007 war ein Tag der Herausforderungen für die Gruppe "Leben ohne Dich - Kierspe". An diesem Tag fand der Tag der Begegnung statt. Aus dem ganzen Bundesgebiet sind Eltern und Geschwisterkinder zu diesem Ereignis angereist und haben teilweise im Ort übernachtet.
Wir haben einen Tag später auf deinem Grabstein eine Rose gefunden. Wir wissen von Freunden, dass sie dir öfters mal etwas vorbei bringen, aber immer noch r�tseln wir, wer diese Rose zu dir gebracht haben k�nnte. Wir haben zwar eine Vermutung, wissen es aber nicht genau.
Es ist einfach nur toll, das jemand an Dich denkt Bastian. Einfach zu dir ans Grab geht, um dich zu besuchen und dort eine Rose zu hinterlassen.
Das ist ein f�r uns sehr bewegendes Zeichen und "Vielen Dank" an die- oder denjenigen, der die Rose dort abgelegt hat.
Bastian du bist nicht vergessen und fremde Menschen besuchen dich, verweilen einen Moment bei dir.

DANKE!

Text am 18 Nov 2007 gepostet

Herbst 2007 - Holland, Cadzand Bad


Dein Strandabschnitt - Breskens

Hier hast du dich am liebsten aufgehalten. Dies war "deine" Region. Wie oft hast du dich hier vergnügt, mit den anderen den Strand unsicher gemacht?
Breskens, Cadzand Bad - Südholland, Belgien. Du fandest es so toll hier, dass du dich mit einem deiner Freunde abends auf den Weg gemacht hast und ihm alles gezeigt hast. Erst Wochen später haben wir davon erfahren. Wie hast du diese Region geliebt - echt Wahnsinn!




"Dein" Leuchtturm

Dieser Leuchtturm in den Farben "Schwarz - Weiß" steht bei Breskens. Eine eher unübliche Farbgestaltung für einen Leuchtturm. Normal sind eher andere Farben, "Weiß - Rot" z.B. Es waren deine Farben. Schwarz und Weiß. Diese Strandabschnitte gehörten zu deinem Leben - waren ein Teil von dir.




Tor zur Unendlichkeit?

Von Caro erhielten wir dieses Bild und die Symbolik, die in diesem Bild steckt, spricht für sich. Wie eine Straße, links und rechts gesäumt mit Leben, führt sie hinaus in die Weite. Das Meer und der Horizont verschmelzen in der Ferne zur Unendlichkeit, zur Ewigkeit. Dort draußen bist du jetzt irgendwo, bist diesen Weg gegangen. Du bist jetzt so weit weg von uns und durch Bilder wie dieses auch so nah.





Text am 04 Nov 2007 gepostet

Dein 25ter Geburtstag

Mein lieber Bastian.

Heute wärest du 25 Jahre alt. Wärest...
Ich erinnere mich genau an deinen 22ten Geburtstag, der so voller Leben und Verrückheiten war. Wir haben hinein gefeiert. Erst der Geburtstag deines Opa's und einen Tag später dann dein Geburtstag.
Ich erinnere mich an so viele lustige Begebenheiten und wie verrückt du dich aufgeführt hast.
Ich muss beim Schreiben dieser Zeilen schmunzeln und doch ist eine Riesenportion Wehmut mit dabei. Es tut mir weh, keine Geburtstage in der sonst üblichen Form mit dir feiern zu können. Es tut mir weh, dir keine kleinen - und sind es noch so verrückte Sachen - Geschenke machen zu können.
Was wäre wenn hilft uns auch nicht weiter und trotzdem: Zu gerne hätten wir noch viele Geburtstage mit dir gefeiert, hätten zu gerne Tränen vor Lachen anstatt vor Trauer in den Augen gehabt.
Bastian du fehlst uns und wirst uns immer fehlen.
Viel ist passiert in den drei Jahren, in denen wir deinen Geburtstag ohne Dich begehen mussten. Vieles hat sich ganz negativ entwickelt, aber wir haben auch positive Dinge erfahren dürfen. Meistens von den Menschen, die uns einfach er- und getragen haben. Helga, Klaus, Nicole + Michael, mit denen du auch immer so viel Spaß hattest. Viele neue Menschen sind in unser Leben getreten, andere sind für uns unwichtig geworden. Zum Teil leiden sie darunter, aber für uns gibt es auch keinen Weg zurück
Häufig sind wir mit unseren Gedanken nicht bei der Sache. Du schwirrst uns mal wieder im Kopf herum. Manchmal sind wir einfach nur traurig, weil wir dich so vermissen. Manchmal können wir über deine Verrücktheiten grinsen du kleiner Paul Panzer und manchmal laufen uns die Tränen durchs Gesicht - einfach so. Manchmal sind wir unheimlich gereizt, weil es uns so arg zu schaffen macht. Manchmal können wir albern sein, so wie du es am liebsten hattest.
Manches beginnt in der Erinnerung zu verblassen, anderes bekommt hingegen schillernde Farben.
Wir können, wollen und werden dich nie vergessen.



Trotzdem ist und bleibt es pervers. Wir als Eltern und auch deine Brüder können dir nichts mehr zum Geburtstag schenken und es hat lange Zeit gebraucht, bis wieder einmal eine Buttercremetorte auf dem Tisch stand.
Stattdessen gestalten wir dein Grab neu - was für ein tolles Geburtstagsgeschenk!!!!!!!
Es ist und bleibt pervers, wenn den Eltern die Kinder entrissen werden.
Es bleibt ein Loch, eine Lücke - unser Leben lang. Nicht nur bei deinen Eltern, nein - auch bei deinen Brüdern und Freunden, die dich heute ebenso vermissen.



Happy Birthday to you Langer - alles Gute zum 25ten.

Text am 23 Aug 2007 gepostet

Stimmungen

Nicht mehr lange und dann hast du deínen 25ten Geburtstag.
Wie oft stelle ich mir vor, wie du jetzt aussehen würdest, was dich beschäftigen würde, oder was du total ablehnen würdest.
Wärest du wohl schon verheiratet? Vielleicht schon Vater? Wir erneut Großeltern?
Mann Bastian, das wäre eine Wucht gewesen.
Stattdessen umgeben uns einmal mehr Gedanken über die Endlichkeit, und das "was kommt danach". Was kommt danach?
Sitzt du dort in der zeit- und raumlosen Ewigkeit auf uns wartend mit verkreuzten Armen auf deinen Knien, wie am Ende des Regenbogens?
Mann Bastian, was vermissen wir dich!!!!
Nein, wir sind nicht mehr nur traurig. Wir können auch wieder lächeln oder lachen und auch albern sein - das, was du doch am liebsten hattest. Ja, das geht wieder. Aber unsere anfänglichen stummen Schreie, die fast ungehört verhallt sind und der Griff nach dem Strohhalm Hoffnung, der uns nicht ertrinken ließ und das Weiterleben irgendwie möglich gemacht hat sind nicht umsonst gewesen. Dennoch sind da diese Momente der absoluten Hilflosigkeit, des Sehnens, des Vermissens, der Tränen, dich einfach wieder in den Arm nehmen wollen und sagen:
"Gut, das du wieder da bist!"
Das hat sich alles geändert. Du bist nicht mehr da, aber du bist in uns - und dort wirst du bleiben, solange wir leben.

Text am 08 Aug 2007 gepostet

Es ist anders

Über einen längeren Zeitraum wurde an dieser Stelle bereits nichts mehr geschrieben. Es ist an der Zeit, dies zu ändern.
Es ist anders - alles ist anders geworden.
Bastian fehlt uns nach wie vor - jeden Tag. Wie oft dachte man sich beim Drehen des Schlüssels in der Haustür "Da ist er ja endlich!".
Wieder ein Trugschluss - man hat sich das Drehen des Schlüssels und das Öffnen der Hautür mal wieder so intensiv vorgestellt, dass man in einer anderen Welt schien.
Ist die Verzweiflung eines Akzeptierens gewichen?
Vermutlich "Ja!". Immer noch fast jeden Tag gehen wir unseren Bastian besuchen - das wird sich wohl auch nicht ändern. Aber die grenzenlose Verzweiflung ist nicht mehr da, wenn man an seinem Grab steht.
Trotzdem bleibt der Wunsch, ihn wieder in die Arme schließen zu können.
Ein Wunsch, der nicht in Erfüllung gehen kann - zumindest noch nicht jetzt!
Bastian, du wirst uns immer fehlen. Aber mittlerweile können wir wieder über deine Verrücktheiten schmunzeln, ohne das auch gleichzeitig so wehmütige Erinnerungen aufkeimen, die uns die Tränen in die Augen schießen lassen würden.

Text am 15 Apr 2007 gepostet

Gedanken - Zukunft

Die folgenden Zeilen haben mich ganz stark berührt und es ist mein Wunsch diese Gedanken annehmen zu können. Ich möchte mit deinen Brüdern mit einem Lächeln in die Zukunft sehen - immer mit dir im Herzen und bei uns. Ich bin dankbar für die Zeit mit dir und ich bin dankbar für unsere Familie.

Du kannst Tränen vergießen, weil er gegangen ist oder du kannst lächeln, weil er gelebt hat.
Du kannst die Augen schließen und beten, daß er zurückkommen wird oder du kannst die Augen öffnen und sehen, was von ihm geblieben ist.
Dein Herz kann leer sein, weil du ihn nicht mehr sehen kanst oder es ist voll von der Liebe, die er mit dir geteilt hat.
Du kannst dem Morgen den Rücken kehren und im Gestern leben oder du kannst dankbar für das Morgen sein, eben weil du das Gestern gehabt hast.
Du kannst immer nur daran denken, daß er nicht mehr da ist oder du kannst die Erinnerungen pflegen und ihn in dir weiterleben lassen.
Du kannst weinen und deinen Geist verschließen, leer sein und dich abwenden oder du kannst tun, was er sich wünschen würde: Lächeln, die Augen öffnen, lieben und weitermachen. 
(Verfasser unbekannt)

Ich werde weitermachen, lächeln, lieben, die Augen öffnen mit dir in mir drin und deinen wunderbaren Brüdern an meiner Seite

Mama


Text am 21 Jan 2007 gepostet

Video

Ich habe ein kleines Video (klein? - was ist bei einem Video klein? 1MByte oder 100 MByte?) zusammen geschnitten.
Es zeigt Bastian im letzten Video, was wir von ihm haben. Es ist vom August 2004. Exakt 4 Monate vor seinem Tod. Ich hatte auf das Erstellungsdatum der Originale geachtet. Es war der 27.08.2004.
Ich habe dieses Video aus mehreren einzelnen Clips zusammen gestellt.
Ja, es tut weh - gleichzeitig freue ich mich aber auch, ihn noch einmal so unbeschwert im Kreise von Freunden und Bekannten zu erleben.


Text am 04 Jan 2007 gepostet

Weihnachten 2006

Friedliche Weihnachten, Besinnliche Weihnachten - Ja! Frohe Weihnachten - ???
Das zweite Mal Weihnachten ohne Dich. Das zweite Weihnachten mit deiner Nichte. Ein Spagat, den wir versuchen hinzukriegen.
Die glänzenden Augen, die pure Freude - alles Dinge, die wir auch bei dir vor vielen Jahren gesehen haben.
Vieles an Erinnerungen wird wieder hoch kommen und uns sicherlich hier und da traurig machen. Du hättest garantiert deinen Spaß, wenn deine kleine Nichte versucht deinen Namen auszusprechen - Bassan, oder so ähnlich hört es sich an.
Ich fange an zu schmunzeln, wenn ich mir vorstelle, welchen Unsinn du ihr mittlerweile beigebracht hättest.
Trotzdem bin ich auch traurig. Traurig darüber, dass du jetzt nicht mehr bei uns sein kannst, wie wir es bis vor 2 Jahren gewohnt waren.
Danke für die Zeit, die wir mit dir hatten.


Text am 23 Dec 2006 gepostet

Albtraum

Als wir neulich zur Vorbereitung des Worldwide Candle Lighting Day Gottesdienstes bei uns zusammen waren, hatten wir eine sehr intensive Gesprächsrunde mit dem Pastor, der den Gottesdienst mit uns durchführt.

Irgendwann einmal sagte er angesichts der Schicksale, die er kennenlernte, nur: "Ihr lebt unseren Albtraum!"

Ja - kann man die Situation betroffener Eltern besser beschreiben?
Vermutlich nicht - wir durchleben den Albtraum, den sich viele gar nicht vorstellen können oder mögen.

Ihr lebt unseren Albtraum! - Wir durchleben diesen Albtraum!
Aber: Wir versuchen ihn zu leben - mit allen Höhen und Tiefen. Das ist jetzt unser Leben.


Text am 17 Nov 2006 gepostet

Lebenslänglich

Ja, Lebenslänglich - keine Haftstrafe, kein Wegsperren!
Während man selbst bei einer lebenslänglichen Haftstrafe mit einer vorzeitigen Entlassung rechnen kann, gibt es die bei uns nicht.
Lebenslänglich heißt bei uns wirklich Lebenslänglich, ohne Wenn und Aber!
 
Unser Leben lang werden wir dein Lachen nicht mehr hören.
Unser Leben lang werden wir dich nicht mehr die Treppe herunter kommen sehen.
Unser Leben lang wirst du nicht mehr mit uns am Tisch sitzen und von deinen Erlebnissen erzählen.
Unser Leben lang werden wir dich in Erinnerung behalten und uns vorstellen, wie du jetzt aussehen würdest.
Unser Leben lang werden wir die Dinge Revue passieren lassen, die wir mit dir erlebt haben.
Unser Leben lang werden unsere Gedanken bei dir sein.
Unser Leben lang werden wir uns nach dir sehnen.
Unser Leben lang werden wir dich vermissen.
Unser Leben lang werden wir dich lieben.
Unser Leben lang, immerzu.
Lebenslänglich!


Text am 10 Nov 2006 gepostet

Dein Name bleibt!

Dein Name bleibt!

Dein Name bleibt – mit meinem Herzen für Dich gewählt
Mit meinen Lippen geformt
Geflüstert – als du ins Leben kamst
Gerufen – in vielen Augenblicken deines Lebens, in allen Klangfarben
Geschrieen – nach dir, über die Grenze, die Tod heißt

Dein Name bleibt – auch wenn die Verzweiflung zu zerstören droht,
was nicht zerstörbar ist, auch wenn mein Herz immer wieder fragt warum ?

dein Name bleibt - wenn ich in den Sternenhimmel schaue und wenn
meine Augen den Boden absuchen – er steht dort geschrieben

Du warst gestern – du wirst morgen sein in mir.

Dein Name bleibt!

Text am 17 Oct 2006 gepostet

Kennenlerntreffen "Leben ohne Dich" in Attendorn

Jetzt waren wir bereits zum zweiten Mal bei einem Treffen von "Leben ohne Dich" in Attendorn.
Viele Eltern kommen dort zusammen, um ein kurzes Wochenende ganz intensiv mit ihren voraus gegangenen Kindern zu verbringen.

So erging es mir / uns auch. Viele gute Gespräche mit Menschen, die ebenfalls ihre Tochter / ihren Sohn aufgrund unterschiedlichster Gründe verloren hatten, bildeten eine kleine Insel, auf der niemand mit seiner Trauer und seinem Kummer alleine sein musste.

Jedes Lachen, jede Träne - du bist es wert Bastian.
Lachen, weil wir uns an die vielen schönen Dinge mit dir erinnern können und dürfen.
Weinen, weil wir dich immer vermissen werden und dich nicht mehr in die Arme nehmen können.

Du bist wie "Ein Stern am Himmel", über dessen Leuchten wir uns einerseits freuen, uns andererseits aber auch sehr traurig macht, weil dieser Stern jetzt so weit von uns entfernt ist.
Vielleicht kannst du ja doch noch einmal das eine oder andere Zeichen schicken?

Text am 01 Oct 2006 gepostet

Der zweite Geburtstag ohne Dich

Mein lieber Bastian.
Dieser Eintrag erfolgt kurz vor Deinem Geburtstag. Mittlerweile ist es schon der zweite Geburtstag ohne Dich. Ich weiß, es werden noch viele Geburtstage kommen, ohne Dich und doch mit Dir.
Ich finde in der letzten Zeit in der Nacht kaum Ruhe, weil mir immer wieder die Bilder deines Geburtstages im Jahre 2004 sofort erscheinen und ich dann wieder hellwach bin. Niemand hätte geahnt, dass Dein 22ter Geburtstag auch Dein letzter war, niemand!
Was hattest Du alles für Pläne, Ziele und Wünsche. Nichts davon kann noch realisiert werden.
Deine Homepage hat ein neues Outfit erhalten und auf deinem Grab steht endlich der Dackel, nach dem wir so lange für Dich gesucht haben. Endlich haben wir deine "Ida", die Dir in schwierigen Zeiten immer ein Seelentröster war, gefunden.
Ich weiß, Du würdest es nicht wollen das wir uns so fühlen, wie wir uns im Moment fühlen.
Immer wieder frage ich mich: Bastian, wo bist Du jetzt? Wie geht es Dir, da wo du jetzt bist?
Hast Du dein Gotham City gefunden? Die Stadt, in der Frieden und Freude herrscht, Dein Friede, Deine Freude?
Vielleicht kannst Du uns ja ein wenig dieses Friedens und dieser Freude schicken?
Wir haben es bitter nötig.


Text am 22 Aug 2006 gepostet

Ein Besuch von seiner ersten Freundin

Gestern waren wir - wie fast jeden Tag - am Grab von Bastian. "Ist das da nicht J.?", fragte Heike, als wir am Tor zum Friedhof vorbei fuhren.

Tatsächlich, J., Bastian's erste Freundin, mit der er mehrere Jahre zusammen war, stand dort und ihre Erleichterung war förmlich zu spüren, als sie uns  ankommen sah. Hilflos und orientierungslos wirkte sie. "Ich finde Bastian nicht, ich weiß irgendwo hier war es doch!", sagte sie uns mit Tränen in den Augen. "Ich bin das letzte mal bei seiner Beerdigung hier gewesen, danach habe ich mich nicht mehr getraut. Jetzt traue ich mich hierher zu gehen und da finde ich ihn nicht!"

Wir haben sie dann mitgenommen und ihr Bastians Grab gezeigt und unter Tränen sagte sie dann noch:"Das ist doch alles ein Albtraum. Ich habe immer darauf gewartet, dass er mich anruft!" Diese Anrufe kamen natürlich nicht mehr. "Ich kann mich nur an die vielen Blumen und Kränze erinnern...", J. muss ebenfalls unter einem Schock gestanden haben. Wir verabschiedeten uns alle mit Tränen in den Augen. Sie wollte noch einige Zeit am Grab von Bastian verweilen, während wir wieder nach Hause fuhren. Vielleicht gab es noch Dinge, die J. mit Bastian dort klären musste. Es ist gut, dass sie jetzt weiß, wo er liegt - sie besucht ihn dort garantiert noch öfter. Sie wird ihn jetzt wieder finden.

Obwohl Bastian eine andere Beziehung hatte, waren J. und er immer noch befreundet und er war für J. da. Bastian hatte große Pläne, nur sah er auch, dass sich seine Träume nicht verwirklichen ließen, wenn J. sich nicht ändern würde. Daran ist diese Liebe gescheitert, die Freundschaft ist allerdings geblieben.

Bastian's Träume wurden nicht verwirklicht, denn bevor er sie umsetzen konnte, wurde er aus diesem Leben gerissen.



Text am 20 Jul 2006 gepostet

Gegen das Vergessen

Heute haben wir nach dem Gottesdienst erfahren, dass Bastian in seiner Firma, bei seinen Kollegen nach wie vor seinen Platz hat - in ihren Herzen und an seinem direkten Arbeitsplatz.

Seine Mütze, die er immerzu in seiner Firma aufhatte, sowie einige Fotos sind dort. Sein Stuhl ist leer und trotzdem ist und bleibt es wohl Bastian's Platz. Bastian, du hast Spuren hinterlassen, bei uns zu Hause, bei deinen Kollegen in der Firma, bei deinen Freunden!
Wie schön wäre es doch gewesen, wenn du noch mehr Zeit gehabt hättest, weitere Spuren zu hinterlassen.

Die Dinge, die uns erzählt wurden, bringen ein wenig Licht in unsere Dunkelheit. Nein, nicht nur wir vermissen dich ganz schrecklich. Nein, das tun viele andere auch! Nicht umsonst sind deine persönlichen Dinge noch in der Firma. Viele erinnern sich an deine verrückten Scherze, an deine Art, an DICH.

Es tut gut zu wissen, dass Bastian dort nicht tot geschwiegen wird. Es tut gut zu wissen, dass Bastian in den Herzen seiner Kollegen weiter lebt und seinen Platz hat.

Diese Dinge sind es, die für uns sehr wichtig sind und uns auf unserem schweren Weg ein wenig Trost spenden.

Danke, dass ihr Bastian nicht vergesst und nicht vergessen wollt...


Text am 09 Jul 2006 gepostet

Fußball Weltmeisterschaft

Fußball Weltmeisterschaft in Deutschland. Vorzeitiges Ausscheiden seiner geliebten Holländer, Kampf bis zum letzten gegen Argentinien und ein verlorenes Halbfinale gegen Italien.


Autokorsos von deutschen und italienischen Fans in unserem Ort - Bastian ist nicht dabei! Ich weiß genau, er wäre laut grölend mit dabei gewesen und wenn er als einziger durch den Ort gefahren wäre mit einer Holland Fahne am Auto. Er hätte es gemacht.

Mir ist das Fehlen von Bastian mal wieder ganz stark in Bewusstsein gekommen beim Spiel unserer Nationalelf gegen Argentinien und erst recht gegen Italien.
Alle waren da. Tobias (sein älterer Bruder) mit seiner kleinen Familie und Manuel mit seiner Freundin. Während Layne - meine Enkelin -  nur zufrieden zu stellen war, wenn man sich intensiv mit ihr beschäftigte, verfolgten die anderen das an Dramatik nicht zu überbietende Spiel gegen Italien.

Einer fehlt: BASTIAN

Mir wurde dies schon im Spiel gegen Argentinien ganz bewusst und ich hatte meine Mühe, nicht die Fassung zu verlieren. Es war beim Spiel gegen Italien aber restlos vorbei.
Xavier Naidoo sang im ZDF Studio das Lied "Dieser Weg". Eine Textzeile ist: "Dieser Weg wird kein leichter sein, dieser Weg wird steinig und schwer..." Wie wahr.
Bei dem Lied standen mir schon die Tränen in den Augen und kurz drauf habe ich dann so geheult, als wäre sein Unfall erst vor kurzem passiert. In Momenten (man kann auch sagen: Abstürzen) wie diesen wird einem die irdische Endgültigkeit klar und im Kopf schwirren alle möglichen Gedanken umher.

In diesem Zustand wollte ich mich nicht zu den anderen setzen. Eine rastlose Wanderung im Haus setzte ein. Ins Schlafzimmer, wieder in die Küche, ins Bad um mit kaltem Wasser das Gesicht zu waschen. Wieder in die Küche an den PC und irgendein Online Spiel spielen, während die Tränen nicht aufhörten zu laufen und aus dem Wohnzimmer nebenan Anfeuerungsrufe in den Fernseher gebrüllt wurden. Schlimm ist dann auch noch, dass Per Mertesacker eine so große Ähnlichkeit mit Bastian hat.

Das sind die Momente, in denen man sich am liebsten in eine Ecke verkriechen möchte, um den Anfall abzuwarten. Immer wieder werden diese Abstürze kommen, aber wem erzähle ich das? Viele Leser, betroffene Eltern, Mütter und Väter erleben das ja genauso.
Dies ist jetzt unser Leben! Wir wollten es nicht, aber wir müssen es annehmen.


Text am 05 Jul 2006 gepostet

Cadzand Bad - Nordseeküste Holland, Juni 2006

Eigentlich wollten wir nie wieder in die Urlaubsorte zurückkehren, die mit so vielen schmerzvollen Erinnerungen verbunden sind. Wir haben es trotzdem getan - eine Flucht ist nicht möglich.

Also verbrachten wir eine Woche im Juni 2006 in Cadzand Bad - dem südlichsten Küstenort der Niederlande. Am Strand von Cadzand Bad kann man fossile Haifischzähne finden - sonst nirgends an der niederländischen Küste - und die haben wir auch mit Bastian dort gesucht. Hier waren wir häufig am Strand, haben Burgen gebaut und am Wasser gespielt.

Schlimmer sind aber eigentlich die Erinnerungen an Breskens, an die Zeit in der Bastian als heranwachsender Mensch Holland lieben lernte. Breskens hat als einziger Ort an der Küste Seelands einen schwarz weißen Leuchtturm. Schwarz und weiß, neben Oranje - der Farbe Hollands - Bastian's Farben.
Wie immer wollten wir unseren Kindern etwas aus Holland mitbringen. Was aber bringt man seinem Sohn mit, der auf dem Friedhof ist?

Ein kleiner Leuchtturm - schwarz und weiß. Ja, das sollte es sein und den wollten wir neben einigen anderen Dingen auf sein Grab stellen!

Nach einigem Suchen wurden wir fündig. Ein schwarz weißer Leuchtturm (na ja, einige andere Farben sind auch mit dabei) mit etwas Sand von "seinem" Strand, an dem auch er seine Fußabdrücke vor langer Zeit hinterließ und Muscheln würden ein nettes Geschenk für ihn sein. Fossile Haifischzähne konnten wir ebenfalls besorgen, so dass wir Bastian seinen kleinen "Strandabschnitt" aufs Grab stellen konnten.



Unsere Empfindungen spielten wieder einmal Achterbahn mit uns in diesen Tagen. Oft hatten wir Tränen in den Augen, schauten in die Wellen der Nordsee und sahen Bastian auf den Holzpflöcken herumtoben, die zum Küstenschutz am Strand in den Sand gerammt wurden.

Als wir eines Tages am Nachmittag von einem längeren Spaziergang zurück kehrten flatterte auf unserer Terasse ein Schmetterling hin und her. Er setzte sich auf den Terassentisch und es störte ihn gar nicht, wenn zur Tasse gegriffen wurde. Dann setzte er sich auf die Sichtschutzmauer der Terasse usw. Dies dauerte fast ein 3/4 Stunde lang an und wir wussten sofort, dass dies ein Zeichen ist. Ein Zeichen, das Bastian uns geschickt hat - zumal die Farben des Falters Bastian's Lieblingsfarben waren. Schwarz, weiß und orange!
Zugegebener Maßen hat uns das sehr erfreut, obwohl es doch nur ein kleiner Trost war.



Text am 17 Jun 2006 gepostet

Pfingstmontag 2006

X-Men III, Sakrileg - Der Da Vinci Code ... alles Filme, in die ich mit Bastian gegangen wäre. Bastian war ein eifriger Kinogänger. Sei es Star Wars oder X-Men, Matrix oder Pitch Black, Bastian und ich waren häufig im Kino.
Gerne würde ich mir auch X-Men III ansehen, vermutlich hätte ich aber einen dicken Kloß im Hals. Das wäre wieder etwas für ihn gewesen! Er hätte nicht lange gezögert und hätte vermutlich schon Karten reserviert.
Mit Popcorn und Cola hätten wir wieder irgendwo in einer Reihe gesessen und hätten unseren Spaß gehabt.
All das geht jetzt nicht mehr und viele Dinge, an denen Bastian seine helle Freude gehabt hätte, kann er nicht mehr erleben. Es ist alles anders geworden. Werte haben sich verändert und früher scheinbar Wichtiges ist in den Hintergrund getreten und unwichtig geworden.
Immer wieder sind es diese kleinen Anlässe - Kinobesuch z.B.- die einem immer wieder bewusst machen:
Du bist jetzt auf einem anderen Weg, als es die Mehrheit ist. Du hast an der Kreuzung unfreiwillig die Ausfahrt genommen und befindest dich auf einer Straße, die du vorher nicht kanntest und eigentlich auch gar nicht kennen lernen wolltest. Leider ist diese Straße eine Einbahnstraße - es gibt kein Zurück. Wohin führt uns dieser Weg?




Text am 05 Jun 2006 gepostet

Was beschreibt die Situation besser...

WAS WISST IHR VON MIR

IHR GLAUBT ICH HÄTTE ES ÜBERWUNDEN
HÄTTE NEUEN LEBENSMUT GEFUNDEN
WAS WISST IHR VON MIR?
NICHTS!
ICH LEBE NICHT ICH FUNKTIONIER
MEIN SCHMERZ IST SO GROSS
NICHTS WISST IHR VON MIR NICHTS VERSTEHT IHR

IHR LACHT UND SCHERZT UND ICH LACHE MIT
DENN DAS ERWARTET MAN DOCH
ABER WENN ICH ALLEIN BIN WEINE ICH IMMER NOCH
MEIN SCHMERZ IST SO GROSS
NICHTS WISST IHR VON MIR NICHTS VERSTEHT IHR

IHR ERZÄHLT VON EUREN "KLEINEN SORGEN"
UND ICH TU SO ALS HÖRTE ICH ZU
ABER WÄHREND IHR WISST
DASS MAN ALL EURE PROBLEME LÖSEN KANN
GEHE ICH ZUM GRAB MEINES KINDES UND ZÜNDE KERZEN AN.
MEIN SCHMERZ IST SO GR0SS
NICHTS WISST IHR VON MIR NICHTS VERSTEHT IHR.

IHR SAGT DIE ZEIT HEILT ALLE WUNDEN
UND IRGENDWANN WIRD ALLES WIEDER GUT SEIN
DOCH ICH WEIß MEINE WUNDEN HEILT KEINE ZEIT
ICH WERDE NIE MEHR WIE FRÜHER SEIN
MEIN SCHMERZ IST SO GROSS
NICHTS WISST IHR VON MIR NICHTS VERSTEHT IHR

IHR VERMEIDET DEN NAMEN MEINES SOHNES
WEIL IHR DENKT DASS MIR DAS KUMMER BRINGT
DOCH ER IST SOWIESO IMMER IN MEINEN GEDANKEN
NICHTS IST MIR WICHTIGER ALS DIE ERINNERUNG AN MEIN KIND
MEIN SCHMERZ IST SO GROSS
NICHTS WISST IHR VON MIR, NICHTS VERSTEHT IHR.

IHR SAGT "DAS LEBEN GEHT WEITER,
DAS IST DER LAUF DER ZEIT"
ICH WEISS NUR DASS ICH LEBEN MUSS, OBWOHL ICH ES NICHT WILL
KEINER FRAGT: "BIST DU DAZU BEREIT?"
MEIN SCHMERZ IST SO GROSS
NICHTS WISST IHR VON MIR NICHTS VERSTEHT IHR

DARUM NUR EINE BITTE
GEBT MIR KEINE RATSCHLÄGE WIE ICH LEBEN SOLL
LASST MICH EINFACH WIE ICH BIN
UND WENN ICH GEHEN WILL SO NEHMT ES HIN
MEIN SCHMERZ IST SO GR0SS
NICHTS WISST IHR VON MIR NICHTS VERSTEHT IHR


(Angelika Cammarata)


Text am 28 May 2006 gepostet

LoD - Leben ohne Dich - ab September in Kierspe

Lange haben wir - das sind 3 Ehepaare, die duch ein gemeinsames Schicksal verbunden sind - überlegt, ob es für uns "dran" sein könnte eine SHG in unserem Ort anzubieten, die eine Anlaufstelle für Eltern sein könnte,  wenn ein Kind gestorben ist. Viele Gespräche innerhalb unserer kleinen Gruppe folgten. Ziemlich schnell waren wir uns sicher, dass dies jetzt unser Weg sein wird - trotz aller Zweifel und vielen offenen Fragen wollen wir uns jetzt dieser Aufgabe stellen.


Die Reaktion auf die Veröffentlichung unseres Vorhabens gibt uns recht:
Da draußen warten so viele betroffene Eltern und suchen...
Gemeinsam werden wir einen Weg gehen, den keiner alleine zu gehen braucht, es sei denn, man möchte diesen Weg für sich alleine gehen. Auf unserem gemeinsamen Weg werden sich immer wieder Löcher auftun , in die wir fallen werden und aus denen es scheinbar kein Entrinnen gibt und dennoch werden helfende Hände in dieser Gruppe sein, denen wir uns anvertrauen können und die uns wieder aufhelfen werden.

Hier wollen wir Raum schaffen, um Eltern eine Anlaufstelle zu bieten. Zum Trauern, zum Reden und vieles mehr.
Wenn es ein Vermächtnis gibt, was der Tod unserer Kinder hinterlässt, dann ist es dies: Für andere da zu sein und eine helfende Hand zu reichen.


Text am 15 May 2006 gepostet

Wieder so ein Tag

Eigentlich fing dieser Tag gut an. Noch nicht ganz bei Sinnen waren die ersten Gedanken bei Bastian. Morgens sind es die ersten klaren Gedanken und abends die letzten, die Bastian gehören.

Während des Tages bemerkte ich allerdings, wie in mir wieder einmal eine abgrundtiefe Traurigkeit hochkam und die Sehnsucht nach meinem Sohn. Ich merkte, dass ich immer ruhiger wurde und auch immer mehr meinen Gedanken nachhing.
"Kopf hoch, das wird schon wieder...", "Zeit heilt alle Wunden...", usw. usw.
Nein, es wird nicht wieder - und die Zeit heilt diese Wunden nicht, die uns zugefügt wurden. Dieses Gefühl kann niemand beschreiben, der nicht in einer Situation steckt, wie wir es tun. Wie betäubt flüchtet man sich in irgendwelche Beschäftigungen, um nicht immer und immer wieder an das schrecklichste erinnert zu werden, was Eltern zugefügt werden kann.

Heute hatten wir einen herrlichen Frühlingstag und so beschloss Tobias die Grillsaison zu eröffnen. Schnell wurde die Terasse noch aufgeräumt und dann die Gartenmöbel aus dem Gartenhaus geholt. Abends saßen wir dann zusammen - einer fehlte. Sofort schoß mir ein Foto durch den Kopf, das ich im Sommer 2004 gemacht hatte. Alle saßen um diesen Tisch herum - auch Bastian. Der Gedanke daran machte mich sehr traurig und ich hatte alle Mühe, mich halbwegs in der Gewalt zu haben. Auf diesem Stuhl, auf diesem Platz hat er gesessen. Sofort war alles wieder da. Die endlos erscheinende Traurigkeit, die Leere und auch die Hilflosigkeit.
Gut, dass unsere Layne - die Tochter von Bastians älterem Bruder - ein so großer Sonnenschein für uns ist und einen sehr vergnügten Eindruck hinterließ, als sie sich mit den Hunden beschäftigen durfte. Freude pur! Freude, die wir nur ganz schwer wiederfinden können. Nein, die Traurigkeit kann sie uns auch nicht nehmen, vielleicht etwas verdrängen....

Nein, man kommt nicht dagegen an. Die Zeit heilt alle Wunden? Vermutlich sind die Wunden dann geheilt, wenn es keine Zeit mehr für uns gibt und wir in der Ewigkeit mit Bastian wieder vereint sind.


Text am 04 May 2006 gepostet

15 Monate

Gestern war es mal wieder besonders schlimm . . .
Meine Gedanken hingen in der Vergangenheit, in der Zeit in der Bastian noch lebte und unsere Welt noch in Ordnung war.

15 Monate sind jetzt vergangen, in denen er nicht mehr bei uns ist. 15 Monate, in denen man sich jeden Tag auf's Neue wünschte, das der Schlüssel in der Hautür zu hören ist, die Hunde freudig zur Tür laufen, Bastian wieder vor einem steht und wir sagen könnten: ..."Alles nur ein böser Traum!".
Wir sehnen uns nach ihm jeden Tag und an speziellen Tagen wie dem gestrigen kann man uns eigentlich überhaupt nicht gebrauchen.
Meine Stimmung war derart bedrückt, dass Kollegen vorsichtig anfragten, ob mit mir soweit alles in Ordnung sei.
Wie sollten sie sich auch an den 27 ten erinnern, dem Tag, der für uns eine solche Bedeutung hat? Für sie war es ein Tag wie jeder andere auch. Zum Glück kann ich mit ihnen darüber reden und muss mich nicht verstellen. Wir waren gestern abend noch an der Unfallstelle und haben ein orangefarbenes Grablicht dort hinterlassen. Oranje - seine Farbe (neben weiß und schwarz). Er liebte Holland und diese Farbe.
Wir hatten 2 dieser Grablichter für besondere Anlässe - und gestern war solch ein Anlass.


Text am 28 Mar 2006 gepostet

Polterabend

Am 24. März war Polterabend des Sohnes unserer Freunde. Für uns war es selbstverständlich dorthin zu gehen - keine Frage. Dort sahen wir viele von jungen Leuten, die in Bastians Alter waren.

Es kam, wie es kommen musste. Gedanken wie >> Da sind ja viele dabei, mit denen Bastian in der Schule, sogar im Kindergarten, war.<< kamen unweigerlich auf.
Bastian wäre jetzt mitten unter ihnen gewesen und hätte sicherlich seinen Spaß gehabt. Irgendwie eine beklemmende Situation, die mich sehr traurig stimmte und ich musste auch gegen Tränen ankämpfen.
Dies wird jetzt also unser Schicksal sein: Immer wieder mit Situationen konfrontiert zu werden, in denen man sich Bastian als Teil dieser Gruppe von Menschen vorstellt - doch er ist nicht mehr dabei.
Wir werden lernen müssen, mit diesen oder ähnlichen Situationen zurecht zu kommen.


Text am 26 Mar 2006 gepostet

Dresden

Endlich einmal in Dresden. Lange hatten wir es uns vorgenommen und jetzt endlich hatten wir unsere 3 Tage dort.

Auf dem Flug von Köln nach Dresden gingen mir sehr viele Gedanken durch den Kopf, wollten wir doch in der neu errichteten Frauenkirche Kerzen für diejenigen anzünden, die nicht mehr bei uns sind. Ist schon irgendwie pervers habe ich beim Anblick der unter uns liegenden Wolken gedacht, während wir im Sonnenlicht Dresden entgegen flogen. Wir sind auf dem Weg nach Dresden und unser Junge liegt auf dem Friedhof. Wir leben und unser Junge lebt nicht mehr! Vielleicht hätte er sich auch gerne einmal in der Welt umgesehen. All das kann er nicht mehr - aber Kerzen haben für ihn und viele andere Kinder, die wir kennen gelernt haben, gebrannt. 
Liebe Menschen, mit denen wir uns zuvor verabredet hatten und das gleiche Schicksal wie wir haben, trafen wir dort auch. Viele gute Stunden konnten wir miteinander verbringen und Meissen, die alte Porzellanstadt wurde uns auch von ihnen gezeigt.
Wir betroffenen Eltern sind anders geworden, oftmals nicht verstanden von unseren Mitmenschen.
Wie gut ist es dann doch, wenn enge Freunde und Leidensgenossen den schweren Weg mit uns gemeinsam gehen, bzw gehen müssen.
Auf jeder Reise - bei jedem Aufbruch in den Urlaub stellen wir uns immer wieder die gleichen Fragen. Was wäre wenn...? Das hätte ihm doch sicherlich auch gefallen...?
Eine Antwort werden wir nie erhalten. Das Warum wird uns unser Leben lang begleiten und es uns oft genug schwer machen.


Text am 19 Mar 2006 gepostet

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